„Abenteuer“ Ukraine

Recht spontan hatten wir uns entschlossen, doch einen Abstecher in die Ukraine zu machen. Wir waren nach dem, was wir gehört hatten, einfach sehr gespannt, wie es sich denn für uns selbst wirklich anfühlt.

So begaben wir uns ganz im Osten von Polen nach Korczowa. Bezüglich der Grenzübertritte hatten wir auch schon einige mehr oder weniger unangenehme Geschichten von langen Wartezeiten und anderem gehört. Deshalb erschienen uns die zweieinhalb Stunden, die wir benötigten, als eigentlich ganz in Ordnung. Trotzdem waren wir müde und haben uns sind Empfehlung eines älteren deutschen Herrn gefolgt, unbedingt an einer beleuchteten und mit Kameras versehenen Tankstelle zu übernachten. Ich persönlich bin ja eher der Meinung, dass man dort sicher steht, wo einen niemanden erwartet, also irgendwo in der Wildnis. Wir suchten als Unterschlupf bei den Brummifahrern, die dort ebenfalls ihre Pausen einlegten und hatten eine ruhige Nacht.

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg nach Lviv (Lemberg). Weit und breit waren keine Esel mit Karren auf den Strassen zu sehen, und auch der Zustand derselbigen waren nicht schlechter als mancherorts in Polen.
In Lviv angekommen ging es zuerst zu Kyivstar eine SIM-Karte holen. Diese kostete keine fünf Franken für 30 Tage unlimitiertes Internet. Die Netzabdeckung war auf der ganzen von uns gefahrenen Route hervorragend in 4G verfügbar.
In Lviv besonders gefallen hat uns das tolle Flair mit Strassenmusik, vielen Cafés, Bars und Restaurants. Das Sightseeing kam deshalb etwas zu kurz. Die Bilder von Lviv folgen in einem separaten Beitrag.

Am Sonntag ging es für uns dann weiter. Wir hatten uns entschieden, durchs Land zu fahren und dann bei Uschhorod in die Slowakei zu reisen. Beim Tanken ist Vorsicht geboten: die Zapfpistolen für Diesel sind grün!
Bei unserer Überlandfahrt durften wir zwar eine ungewohnte aber dennoch sehr rücksichtsvolle und aufs Miteinander orientierte Fahrweise der Ukrainer erleben, wir fühlten uns zu keinem Zeitpunkt unsicher. Und endlich haben wir auch zweimal Esel mit Karren gesehen.
Rund eine Stunde vor Ankunft an der Grenze passierte uns ein Fauxpas. Wir kamen an eine gross angelegte und wohl permanente Polizeikontrollstation. Leider übersah ich das mindestens fünfzig Meter davor angebrachte Stoppsignal. Dies und die Tatsache, dass unsere grüne Versicherungskarte abgelaufen war, führte nach einiger freundlicher Konversation via Google Translator zu einer Busse von 800 UAH (30 Euro) ohne Quittung und dem Wunsch der beiden Polizisten, wir mögen doch bitte vorsichtig fahren bis zur Grenze 😉
Am Zoll verbrachten wir satte sechs Stunden. Primär war dies der Einreise in den Schengen-Raum geschuldet, und die Slowakei nimmt es diesbezüglich bekanntermassen sehr genau. Belohnt wurden wir gleich im Anschluss mit einem fantastischen Panorama bei Sonnenuntergang.

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